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Spielen Sie intuitiv oder mit Schwunggedanken?


Von Michel Monnard

Als wichtigen Teil des Golfunterrichts sehe ich es an, dem Golfer den Unterschied zwischen Training und Spielen klar zu machen. Worauf müssen Sie achten wenn Sie trainieren, was müssen Sie tun wenn Sie spielen?

Training im Allgemeinen

Trainieren hat mehrere Phasen. Dies hier müssen Sie vom Konzept her verstehen, bevor Sie es LERNEN können. Intuitives Spielen ist das Endziel. Der Weg ist das Ziel.

Effektives Training beinhaltet Bewegungsabläufe neu zu lernen oder umzulernen / umzuspeichern.
Dafür brauchen Sie die Schwunggedanken und das Gefühl. Sagen wir, wir versuchen die Gewichtsverlagerung weniger ausgeprägt nach rechts zu machen (aus welchen Gründen auch immer). So müssten Sie folgendermassen vorsich gehen:

Gefühl im Rückschwung mehr über dem Ball stehen zu bleiben und nur zu drehen. Dieser Gedanke wird Ihre seitliche Bewegung im Rückschwung reduzieren.

 

Die effektivste Trainingsmethode

In Ihrem Training, gehen Sie am besten so vor: jeweils zwei mal einen Probeschwung machen, in welchem Sie das oben beschriebene Gefühl wie mit einer Lupe vergrössern. Nach den beiden Probeschwüngen geht es jetzt darum, zu sehen was der Körper gelernt hat.

Schlagen Sie jetzt den Ball ohne sich auf den vorhin erwähnten Schwungedanken zu konzentrieren. Machen Sie komplette Abläufe wie wenn Sie auf dem Golfplatz spielen würden. Ob Sie das können? Es geht noch nicht mal darum, ob der Körper mit den oben erwähnten zwei Probeschwüngen die Bewegung sofort richtig macht (in 99 % der Fälle wird er das nicht, und Sie müssen weitere Probeschwünge machen, um langsam aber sicher dem Körper eine andere Verhaltensweise beizubringen). Es geht darum dem Körper Speicherungsphasen zu geben. Irgendwann wird er die neuen Bewegungsteilchen in den Ablauf einbauen – und intuitiv abrufen. Es liegt jetzt an Ihnen und Ihrer Trainingsqualität.

Nachdem der Ball weg ist, machen Sie wieder 2 Probeschwünge und versuchen das oben erwähnte Gefühl nochmals zu übertreiben. Danach fangen Sie wieder von vorne an. Wieder 2 übertriebene Probeschwünge, dann den Ball frei von Gedanken schlagen und dann wieder zwei mal nachspeichern.

Der Ablauf ist also Vorspeicherung, intiutives Spielen, Nachspeicherung. Dieser Prozess ist das Herzstück der modernen Bewegungslehre.

Zurück zum intuitiven Spielen. Golfen ohne zu denken. Warum ist dies so wichtig?

Schwunggedanken sind wie Steine die Ihnen im Weg liegen. Je mehr Gedanken Sie haben, desto eher stolpern Sie. Im Leistungssport wird immer wieder von „der Zone“ gesprochen.

Tiger Woods beschreibt in diesem Youtube-Video, wie er sich nicht erinnern kann, was und wie er den Schlag gespielt hat hat. Er eliminiert also die bewussten Gedanken, schlägt intuitiv – that’s when training takes over. Der Körper greift dann automatisch auf das zurück, was er gespeichert hat. Deswegen die Wichtigkeit beim Training den Prozess des Umspeichern zu nutzen. Sie trainieren dabei eine Bewegung zu verändern, lernen aber auch, sich dann wieder von den Gedanken zu lösen.

padraig_harrington_eyes_stairing

Diese Bilder oben sind eine Darstellung von Padraig Harrington’s Augen. Er ist für mich der Spieler der seine Situation am meisten lebt, total in sich aufgeht. Ich hatte das Glück, bei den DP World Championships in Dubai im November 2012 ihm beim Training zusehen zu können. Seine Augen verändern sich, wenn er einsteigt… wenn der Körper übernimmt.

Intuitives Spielen und sportspezifische Konzentration muss gelernt sein. Leider. Sie müssen lernen, sogenannte Gedankenlücken zu erstellen. Gedankenruhe lernt man am besten mit Meditation. Ich hoffe, Sie mit diesem kleinen Artikels dazuzubringen, dass Sie sich 20 min am Tag auf einen gemütlichen Stuhl setzen und sich vorstellen, Sie seien ein Luftballon, den Sie mit dem Einatmen aufblasen und dem Ausatmen entleeren. Sie lernen dadurch sehr schnell, die Gedanken zu verscheuchen. Speziell wenn man den ganzen Tag mit Gedankensprozessen zu tun hat, und man vielleicht auch noch ein eher strukturierter Mensch ist. Sie werden hier lernen die Kontrolle aufzugeben.

Kommen Sie zur Ruhe. Ihr Geist soll sich von den täglichen Gedanken lösen.
Dies ist keine schwierige Aufgabe und die Resultate werden unglaublich sein. Sie werden lernen, den Verstand zur Ruhe zu bringen – und zwar genau dann, wenn es für Sie wichtig ist.

„Dieses verflixte Wasserhindernis an der 12, da hau ich die Kugel immer in den See!“ Genau solche Gedanken werden dann verschwinden. Ihr Körper wird keinen Unterschied mehr machen, ob Sie auf der Driving Range stehen oder vor Ihrer vermeintlichen Horrorsituation.

Lernen Sie, mit sich selbst umzugehen. Dann haben Sie bessere Chancen auf konstanteres Golfspiel und ein tieferes Handicap.

P.S. noch ein kleiner Tipp: wenn Sie mit den Prozessen üben, wechseln Sie immer mal wieder den Schläger, so alle 2 bis 3 Schläge. Sie können von einem 7-er Eisen auf ein 8-er Eisen wechseln. Wichtig ist nicht der Schläger, sondern dass Sie die Situation wieder von vorne anfangen müssen.

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