Inicio > Blog > Platzreife-Kurs oder Einsteiger-Golfkurs?

Platzreife-Kurs oder Einsteiger-Golfkurs?


Von Michel Monnard

 

Es ist uns wichtig, dass Sie die besten Chancen haben die Platzreife Prüfung zu bestehen oder Sie gleich Handicap 54 während des Urlaubs machen können. Da wir den Leistungsausweis “Platzreife” nicht verschenken können, ist eine gute Vorbereitung vor dem Platzreifekurs wichtig.

Setzen Sie sich realistische Ziele, damit Sie im Nachhinein nicht enttäuscht werden. Zu hoch gesteckte Ziele verursachen oft Stress und Frust. Wenn Sie sich korrekt vorbereiten, steigen Ihre Erfolgschancen und Sie werden mehr Spass haben.

Leider passiert es immer wieder, dass Golfer die Bedingungen des Schweizer und Deutschen Golfverbandes nicht bestehen und dann enttäuscht nach Hause fahren.

 

Golf-Einstieg und möglichst schnell die Platzreife erreichen

Ihre Freunde spielen bereits Golf und Sie möchten es nun auch versuchen. Je schneller Sie auf dem Platz könnten, desto besser. Eventuell wäre es auch beruflich von Vorteil, wenn Sie gleich nächste Woche schon mit Kunden Golf spielen könnten. Golfurlaub mit einer Gruppe von Freunden… fantastisch!

Ok, fangen wir vorne an. Wenn Sie es nüchtern betrachten, haben Sie eigentlich keine Ahnung worum es geht und wie schwierig Golf eigentlich ist? Deshalb, lassen Sie uns Ihnen, bitte den Einstieg kurz erklären.

Der ideale Start beginnt mit einem Einsteigerkurs von ca. 15 Unterrichtsstunden oder zu Hause einzelne kürzere Kurse über mehrere Wochenenden. Selbstständiges Üben ist bei allen Sportarten der Weg zum Ziel und Teil des Spaßes! Golf ist nicht der einfachste Sport, soviel vorweg.

Im Einsteigerkurs lernen Sie die einzelnen Schlagarten kennen und können diese Durchführen. Sie hatten eine Einführung in die Golfregeln und waren im Idealfall auch schon mehrere Male auf dem Golfplatz und haben in Begleitung mit dem Golflehrer einzelne Löcher gespielt.

Nach einem Einsteigerkurs und dem eigenen Training wären Sie gut vorbereitet und wir können den nächsten Schritt angehen.

 

Der Platzreifekurs ist eigentlich ein Spielkurs

Bitte sehen Sie den Platzreifekurs nicht als Golfkurs an, in dem wir Ihnen Golfschläge und Golftechnik beibringen. Was wir vor allem machen möchten, ist Spielen auf dem Golfplatz. Die Technik kann natürlich etwas aufpoliert und optimiert werden.

Das Erlernen muss, wie oben beschrieben, im Intensiv-Einsteigerkurs geschehen. Im Platzreifekurs lernen Sie “Spielen auf dem Golfplatz”.

Sie lernen, die schon erarbeiteten Schlagvarianten auf dem Golfplatz klug einzusetzen. Das durchdachte Training ist bei uns darauf ausgelegt, dass Sie die verschiedenen Schlagarten in aufgebrochenen Reihenfolgen durchführen können. Ein Abschlag, dann ein Eisen oder Hybrid, dann ein Pitch, dann ein Chip und zum Schluss ein Putt. Im Einsteigerkurs werden Sie häufig mehrere Bälle hintereinander spielen, um sich so eine solide Basisfähigkeit zu erarbeiten. Auf dem Golfplatz haben Sie dann nur noch eine Chance, Sie können also nicht mehrere Bälle vom selben Ort spielen.

Dies zwingt uns, das Training mit verschiedenen Übungsstrukturen in Richtung Testsituation (sprich Golfplatz) anzupassen. Dies muss der Bestandteil des Trainings im Platzreifekurs sein – nicht ein Erstellen von Schlagtypen.

Im Weiteren lernen Sie in einer Spielgruppe zu zählen und gleichzeitig zu spielen (ist etwas komplizierter als Sie jetzt vielleicht denken). Dann lernen Sie die Scorekarte korrekt auszufüllen, Sie lernen Etikette und Golfregeln ANZUWENDEN. Sie lernen das Nutzen unterschiedlicher Schläger, um Situationen auf dem Platz zu vereinfachen. Sie lernen die Spielgeschwindigkeit zu kontrollieren und variieren zu können.

Sie spielen jeden Tag mehrere Löcher auf dem Golfplatz. Sie spielen zwei Testrunden über 9 Löcher, bei denen wir überprüfen, ob Sie gemäss den Vorgaben der nationalen Verbände “platzreif” sind. Was noch nicht passt, verbessern wir.

Sie machen ebenfalls einen Regel- und Etiketten-Test mit 40 Multiple-Choice-Fragen.

Um dieses Unterrichtsziel erreichen zu können, müssen Sie die Golfschläge also vorher schon können. Wenn wir das erst noch im Platzreifekurs erledigen müssen, wird es für uns fast unmöglich, Ihnen das Spielen beizubringen. Und das zügige Spielen ist es, was die Verbände und die anderen Golfer von Ihnen als Neu-Golfer als Mindestvoraussetzung verlangen, damit Sie alleine auf den Golfplatz raus dürfen. Sie sollen sich sicher auf dem Golfplatz bewegen können, ohne andere Golfer zu behindern, zu stören oder zu verletzen.

In der Schweiz gibt es ca. 90’000 lizenzierte Golfer und jährlich 3’000 – 4’000 neue Golfer. Der Neugolfer lernt nun bei uns, wie er sich möglichst schnell dem Rhythmus der anderen Golfer anpassen kann und stressfrei eine schöne Runde Golf erleben darf. Er lernt bei uns, auch als Anfänger mit fortgeschrittenen Golfern spielen zu können.

Wenn ein Autofahrer mit 60 im 90-er Bereich fährt, dann…. naja Sie wissen schon… hupen, schimpfen, Unfälle, schlechte Energien etc. Nicht schön.

Womit wir uns jeden Tag beschäftigen

Der Golfschwung ist eine Bewegung, welche Geschwindigkeit und Präzision in mehreren Dimensionen verlangt. Was im Fernsehen oder bei Freunden so einfach aussieht, ist bestenfalls für talentierte Ball- und Schlägersportler (Tennis, Badminton, Fußball, Squash, Tischtennis, Baseball, Eishockey etc) etwas einfacher zu erlernen.

 

Golf kombiniert Geschwindigkeit mit Präzision

Diese beiden Fähigkeiten sind nicht unbedingt freundlich gesinnt.

Sie werden lernen, die notwendige Geschwindigkeit mit Ihrem Schwung zu generieren, welche dann für die Distanz zuständig ist. Um den Ball dann sauber treffen zu können, ist es im Weiteren vorteilhaft, wenn der Schläger sich in einer stabilen Umlaufbahn (Schwungebene) bewegt.

Diese oben genannten Ballsportler, die ihre Sportarten seit Jahren ausüben, haben den Nichtsportlern gegenüber natürlich einen Vorteil. Sie haben im Laufe der Jahre und vielen Stunden Training in ihren Sportarten innere Kontroll-Mechanismen entwickelt, einen Ball, der sich entweder bewegt oder stillsteht, nicht nur zu treffen, sondern diesen auch in Richtung, Distanz und Flugbahn kontrollieren zu können. Diese entwickelten Fähigkeiten können sie beim Golfen einsetzen und dies wird NORMALERWEISE zu einem gewaltigen Lernfortschritt im Einsteigerkurs führen.

Haben Sie diese Vergangenheit nicht, ist es die Aufgabe der Golflehrer, Ihnen dabei zu helfen. Das braucht mehr Zeit. Diese Zeit haben wir bei einem Platzreife-Kurs nicht, denn hier geht es darum, das Spielen auf dem Golfplatz zu erlernen und zu testen. Die Schlagtypen müssen Sie sich vorher erarbeiten.

 

Golf spielen lernen in machbaren Schritten und ohne Stress

Im Golfsport haben die Verbände zwei Stufen geschaffen, in denen wir die Neugolfer wie im Kinderschwimmunterricht in den Sport einführen. Sie versuchen sich also bald wieder an dem Seepferdchen- und Krebs-Abzeichen. 🙂

 

Platzreife und erstes Handicap (54)

Die Schweiz hat leichtere Anforderungen als der DGV (Deutscher Golfverband). Die Schweizer Platzreife hat dann aber nicht den gleichen Status wie die deutsche Version. Für die Schweizer Platzreife wird kein erspieltes Resultat über 9 Loch vorausgesetzt und ist deswegen quasi ein Lehrlingsausweis. Der deutsche Neugolfer muss ein vorgegebenes Spielresultat (definierte Maximal-Schlagzahl pro Loch) über 9 Loch für den Erwerb der Platzreife liefern. Damit kann er dann aber auf dem großen 18-Loch-Platz spielen.

Der Schweizer Golfer wird dann erst mit dem Erreichen des sogenannten “ersten Handicaps” (Hcp 54) mit selbstständigem Spielen auf dem großen 18-Loch-Platz belohnt. Mit der Platzreife kann ein Schweizer Golfer auf Kurzplätzen (Par 3) und Academyplätzen spielen. Bitte erkundigen Sie sich in Ihrem Freundeskreis, was Sie in Ihrer Umgebung zur Verfügung haben.

 

Die Schweizer Bedingungen für die Platzreife finden Sie hier.

Die Deutschen DGV Platzreife – Bedingungen können Sie hier nachlesen.

 

Der deutsche Neugolfer muss also besser vorbereitet sein und etwas andere Bedingungen erfüllen als der Schweizer Golfer. So ist es nun mal.

 

Regel- und Etikettenprüfung, ach da war ja noch etwas.

Golfen ist nicht einfach “nur so” spielen, sondern ab und zu auch “nach den Regeln” spielen.

In privaten Runden, bei welchen es um nichts geht, spielt es keine Rolle ob Sie nach den Regeln des Golfsportes spielen oder einfach Ihre eigenen Regeln machen. Liegt der Ball im Gebüsch, an einem Baum oder im hohen Gras, fliegt er ins Wasser oder geht er verloren… kein Problem, sie legen einen neuen vor sich und spielen weiter. Ob Sie die Strafschläge dann zählen, interessiert niemanden. Es ist ja eine private Runde und Sie spielen nicht um einen Preis und wollen auch nicht herausfinden, wer denn nun der Beste oder die Beste war. Golf kann absolut ohne Druck gespielt werden und das ist in vielen Fällen auch das was getan wird. Auch wenn die Regeln hier ausgehebelt werden, die Etikette soll ein Golfer immer einhalten.

Wenn es jetzt aber um Preise/Handicapverbesserung und den/die Beste geht, müssen sich alle gleich verhalten und alle entstehenden Situationen gleich lösen. Nur dann sind Resultate vergleichbar.

Wir müssen als Golfer beide Situationen kennen. Regeln und Etikette, Sicherheitsvorschriften und Abläufe müssen für eine geordnete Durchführung von Events ohne Schiedsrichter also eingehalten werden..

Würde es jemandem in den Sinn kommen, für die theoretische Führerscheinprüfung drei Tage vorher anfangen zu lernen? Ausser, durchfallen/später wiederholen ist kein Problem.

Sie werden ca. 8-10 Zeitstunden investieren müssen, um sattelfest zu werden. Am besten lernen Sie mit den von uns vorgeschlagenen Büchern im Selbststudium. Natürlich können wir Ihnen in der Woche Vieles beibringen, aber um ehrlich zu sein, uns fehlt schlicht und einfach die Zeit alle notwendigen Dinge unterzubringen.

Wir stellen Ihnen Buchtipps zum Lesen, Fragebögen, Lern-Apps und Webseiten mit Quiz zur Verfügung. Bitte beginnen Sie rechtzeitig mit der Vorbereitung.

 

So, jetzt haben wir es geschafft! Gerne beantworten wir Ihnen weitere Fragen persönlich.