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Pro-Tipp 8: Golf-Psychologie III

Synapsen und Neuronen

Wer das Gehirn verstehen möchte, kommt ohne einen Blick auf dessen Elementarbestandteile, die Nervenzellen, auch Neuronen genannt, nicht aus. Neuronen sind darauf spezialisiert, Signale zu leiten und zu verarbeiten.

Die Synapse ist eine besondere Struktur, die den Kontakt zu Muskel- und Drüsenzellen herstellt. Die meisten Synapsen funktionieren so: je stärker der Reiz der Neuronen, desto mehr Moleküle schüttet die Synapse aus. Der Überträgerstoff, Neurotransmitter genannt, wandert zur Zielzelle. Manche Neurotransmitter erhöhen die elektrische Erregung der "angefunkten" Zelle, andere hemmen sie. Die Fachleute sprechen von hemmenden oder erregenden Neuronen.

 

Belohnung und Risiken

Sind miteinander verbundene Zellen gemeinsam aktiv, verstärken ("zünden") sich die Synapsen. Eine Gruppe von verzweigten Teilnetzwerken, so genannte "neuronale Assemblys" (nach Donald Heeb, 1940, Psychologe, Kanada) können so "zünden", also die Aktivierung entsprechender Informationen freisetzen.

Demnach aktiviert der Anblick beispielsweise des Drivers immer wieder eine Anzahl miteinander verknüpfter Zellen. Diese Verbindung verstärkt sich nach und nach, eine neuronale Assembly entsteht, deren Aktivität den Driver repräsentieren. Je öfter sich der synaptische Lernprozess wiederholt, desto leichter lässt sich die Assembly aktivieren. Im Gegensatz zur Vergrösserung der Zellennetzwerke, können sich Kontakte zu Nervenzellen auch zurückbilden, wenn sie selten, nicht mehr oder nie zusammen feuern.

Solch synaptisches Lernen in der Grosshirnrinde ist langsam und lebt von der Wiederholung. Dabei kommt es nicht auf die absolute Zeitdauer an. "Häufiger und kürzer üben", lautet der Rat der Neurobiologen, welcher sich mit etwas Vorsicht ableiten lässt.

Die Belohnung setzt nun ein, wer sich daran gewöhnt, einen Schlagtyp auf der Driving-Range nicht bis zum Umfallen zu üben. Speziell die Einsteiger sollen gewisse Teile öfters, aber weniger lang üben.

In unseren Golfkursen, in welchen der Schüler und der Lehrer gegen die Golffrustration kämpfen, geht es genau um das Phenomen von synaptischen Verknüpfungen, welche mit hemmenden Neuronen kombiniert "zünden".

  • der Schüler steht über dem Ball und weiss schon vor dem Schlag, dass er den Ball wieder nicht richtig trifft - oder der Ball wieder auf die ach so gehasste rechte Seite fliegen wird
  • nur schon wenn der Schüler den Driver aus dem Bag nimmt, entsteht diese innere Ablehnung gegen diesen "furchtbar unkooperativen" Schläger
  • schon bei der Ankunft auf dem Grün merkt der Spieler, wie sich sein Magen zusammenzieht und aus dem kleinen Loch die grossen ballabwehrenden Monster rausschreien.

Erfolg gibt nur eine Umprogrammierung nur dann, wenn wir immer gleich versuchen umzuprogrammieren. Mehr Erfolg verspricht, das Gehirn stets auf eine andere Art und Weise anzuregen. Das Variieren der Aufgabe und andere Herangehensweisen geben neuen Anlass zur Auseinandersetzung mit dem Thema. Je reicher und vielfältiger, desto besser.

Selbstvertrauen aufbauen ist eine weitere Karte im Pokerspiel. Nicht umsonst hat wohl jeder Golfschüler schon gemerkt, dass Golflehrer ausgezeichnete Psychologen sein müssen, um jeden Schüler zu seinem individuellen Besten bringen zu können.

 

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