Golf-Reisebericht Karibik: Sint Marteen und Anguilla (Temenos Golf)

Ein Golfer der in Urlaub fährt, will natürlich auch Golfen. Und wenn es geht nicht auf ungepflegten Golfplätzen, sondern auf Plätzen, die tolle Ausblicke auf türkisfarbene Buchten bieten. Und nebenbei sollte der Golfer auch noch ein paar knifflige Aufgaben zu lösen haben. Lesen Sie weiter, wenn Sie ein Golf-Reisefan sind.
Der einzige Golfplatz in Anguilla ist definitiv ein Besuch Wert. Da im West Indies Bereich gute Golfplätze fehlen (St. Barth hat keinen Golfplatz, Sint Marteen einen - der aber aufgrund problematischer Eigentümerverhältnisse null Pflege bekommt) ist es umso schöner, dass das Strandparadies Anguilla einen Top-Platz hat.
Cap Juluca ist die Hotelanlage, die den Platz betreibt. Der Platz wurde von Greg Norman entworfen und 2006 das erste Mal in Betrieb genommen. In 2009 wurde er zum zweiten Mal eröffnet. Willkommen in der Karibik.
5 Abschlagsvarianten ermöglichen Golfern unterschiedlichen Standards eine Herausforderung. Von den normalen Männerabschlägen ist er nicht allzu lange, aber der Wind macht aus der Runde oft ein Gehirnsport. Viele strategisch gut gelegte Bunker geben dem Abschlag weit mehr Bedeutung, als die teilweise breiten Fairways erahnen lassen.
Sehr oft heisst die Devise: "nach links in Richtung Büsche, der Wind bringt ihn dann rein."
Die zweiten Schläge sind in der Regel geprägt von Fahnenpositionen hinter irgendwelchen tiefen oder grossen Bunkern. Das GPS System im Buggy macht das Rechnen (Wind!) nicht einfacher, aber sicherlich schneller.
Die Grüns sind treu und gross. Das zweite Grün ist gleichzeitig auch ein Doppelgrün mit dem 10. Loch. Es gibt einem die Chance (je nach Windstärke) endlich mal einen 35 m Birdieputt einlochen zu können. Riesig ist untertrieben.
Die Par 3 sind alle in einer guten 9 - 4-Eisen Distanz. Die Par 4 brauchen nicht immer mit einem Driver gespielt werden, Platzierung ist eine gute Option um bessere Winkel für den folgenden Schlag zu bekommen.
Wer glaubt hier im Golfer-Stau zu stehen, ist genauso fehlinformiert wie derjenige, der glaubt Anguilla habe normale Strände. Hierzu aber mehr später.
Kaum Golfer bevölkern die riesige Driving-Range. Vielleicht mal ein reicher Megayacht-Inhaber mit seiner Frau... Ich habe 18 Löcher in 2h 10 min im Buggy gespielt. Und ich bin von 2! Flights durchgewunken worden. Also Angst vor Flight-Stau ist hier nicht notwendig. Der Proshop ist gut ausgerüstet, bis vielleicht auf die Golfbälle. Es werden NUR Titleist ProV1 verkauft. Ich hab gleich zwei schöne Norman T-Shirts mitgenommen. Speziell in tropischen Gegenden ist Baumwolle keine Kleidungsoption. Die neuen atmungsfähigen und kühlenden Gewebe sind da schon um einiges besser.
Jetzt aber zum Besten: die Strände.
Shoal Bay (im Nordosten) gehört zu den zehn schönsten Stränden der Welt. Wer nur mit Liege und Bar/Restaurant am Strand überleben kann, findet genügend schöne Strände um seinen Freunden zu Hause Facebook-Neid-Kommentare zu entlocken. Richtige Strandliebhaber lassen sich vom freundlichen Taxifahrer erst zu einem Supermarkt fahren, kauft ein paar Sandwiches, ein paar Wasserflaschen und ne dicke fette Wassermelone ein. Dann lässt man sich zu einem einsamen Strand ohne Haus und ohne Menschen fahren... Diese gibt es hier zu Hauf. Wie man die Melone dann essen soll? Haben Sie etwa kein Schweizer Taschenmesser??
Wie man nach Anguilla kommt:
Flug: schnellste (aber nicht immer die billigste) Verbindung mit Air France ab Paris nach SXM (Sint Marteen, Princess Juliana International Airport) in 7 Stunden. Oder via New York (JFK) dann mit American Airlines nach SXM (St. Martin).
Dann in Simpson Bay ein Taxi nach Marigot (ca. 20 min) zum Bootsquai nach Anguilla. Genau, das ist dieser Bootssteg, der im Hollywood-Blockbuster "Speed 2" mit dem Kreuzfahrtschiff 'kaputt gefahren' wurde.
In weiteren 20 min mit der Fähre sind Sie dann in Blowing Point, Anlegepunkt der Fähre. Von hieraus nehmen Sie sich entweder einen Mietwagen (ca. 50 - 60 US$/Tag) oder ganz einfach ein Taxi und lassen sich dorthin bringen, wo sie hinwollen.
Tipps: Wer in Sint Marteen unterkommt, kann auch einen Tagesausflug nach Anguilla machen. Die Fähre legt alle 45 min ab. Start ist ab 0815.
Kosten 20 US$/Person und Weg.
Taxi zum Golfplatz 36 US$ hin und zurück.
Greenfee auf dem Temenos Golfplatz: 230 US$, inkl. Buggy, unlimitierte Rangebälle, 2 Flaschen Trinkwasser aus Fiji! Jap, kostet etwas, aber um ehrlich zu sein, wenn alles stimmt und sie nachmittags im Inselparadies am Strand sitzen... dieser Urlaub ist es Wert.
Hoteltipp: 5-Sterne-Hotel Cap Juluca - da bleiben keine Wünsche übrig.
Noch Fragen? Nichts wie hin ins Strandparadies!
Michel Monnard, 13.1.2011
PS. Fast hätte ich vergessen, den Golfplatz von Mullet Bay auf Sint Marteen zu erwähnen. Ich will nicht unhöflich sein, aber die Platzpflege ist ersichtlicherweise fast gleich null. Andererseits sind ein paar nette Golflöcher vom Design her dabei. Ob die 45 USD Greenfee berechtigt sind... hmm.... Witzig fand ich nur, dass ich die 30 "Rangebälle" die ich für 6 US$ im "Proshop" erstand, dann auf den See hinaus schlagen sollte. Nicht dass ich damit ein Problem gehabt hätte, wenn da nicht andauernd die Wasserskifahrer rumgeschossen wären... :-)
Ich kann Ihnen aber empfehlen, sich für einen Nachmittag an der Sunset Beach Bar beim Flughafen in Sint Marteen niederzulassen. Ein Spektakel wie die Flugzeuge reinkommen. Nette Menschen überall, gewöhnen Sie sich aber daran, dass es ab und zu mal zu Stau kommen kann. Wenn die Brücke in Simpson Bay für die grossen Schiffe hochgeht, steht der Verkehr für 30 min still.













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